Neue Normalität: Flugpläne ändern sich täglich

In der Corona-Krise wickelt a. hartrodt weiterhin viel Luftfracht ab, teilweise über Hubs.
28.04.2020

Wegen der Corona-Krise müssen internationale Fluggesellschaften zwar fast alle Maschinen am Boden lassen, aber am Himmel geht noch was. „Momentan leben alle von der Fracht. Es gehen viele Sonderflüge raus, teilweise werden in Passagiermaschinen die Sitze ausgebaut“, berichtet Hendrik Khezri, Geschäftsführer Luftfracht bei a. hartrodt am Frankfurter Flughafen. Wie fast alle Beschäftigten von a. hartrodt weltweit arbeitet er inzwischen vom Home Office aus. Derzeit wird viel Schutzausrüstung von Asien nach Deutschland geflogen. In der neuen Normalität hielten „tägliche Flugplan-Änderungen“ das Luftfracht-Team von a. hartrodt auf Trab, so Khezri.

Aircargo-Hubs nach wie vor gefragt

„Wir haben kürzlich ein großes Projekt für medizinisch-technische Geräte per Direktflug aus Hongkong nach Deutschland abgewickelt“, nennt der Manager ein Beispiel. Sendungen aus Fernost nach Deutschland und Europa liefen auch nach wie vor über Aircargo-Hubs. Größtenteils nutzt a. hartrodt das Drehkreuz in Abu Dhabi (Vereinigte Arabische Emirate), aber auch Bangkok (Thailand) und Singapur. „Letztendlich ist das Carrier-Angebot entscheidend“, betont Khezri.

Nach Corona: Umverteilung der Frachtströme

Perspektivisch sieht Khezri nach der Corona-Krise in der Golf-Region nur „bedingt Bedarf“ für ein weiteres Drehkreuz wie in Maskat (Oman). Am wichtigsten sei eine hohe Frequenz mit täglichen Abflügen aus dem Hub heraus. „Je größer das Angebot, desto attraktiver der Preis, den wir unseren Kunden anbieten können“, hält er fest. Bei den Frachtströmen rechnet er nach Corona am Golf und in der angrenzenden Region mit einer „Umverteilung“. Dubai und Abu Dhabi dürften seiner Einschätzung nach zusehends die Konkurrenz aus Doha und Istanbul zu spüren bekommen.

Khezri geht davon aus, dass das Angebot an Passagierflügen nach der Krise dauerhaft „30 Prozent niedriger“ sein wird. Das stellt die Luftfracht dann vor neue Herausforderungen: Dem Manager zufolge wurde Aircargo vor der Covid-19-Pandemie zu circa 60 Prozent als sogenannte Belly-Fracht in Passagiermaschinen geflogen.

Hendrik Khezri gab der DVZ (Deutsche Verkehrs-Zeitung) gerade ein Interview zum Thema Nahost-Luftfrachthub in Maskat/Oman. Der Artikel „Spätzünder Maskat“ steht zum Download für Sie bereit: