China: Golden Week verstärkt Lieferprobleme

Verladesituation bleibt mindestens bis Chinese New Year im Februar 2022 angespannt.

Im Vorfeld der chinesischen Nationalfeiertagswoche „Golden Week“ vom 1. bis 7. Oktober 2021 spitzen sich die Lieferprobleme zu. „Die Verladesituation ex China ist weiterhin eine große Herausforderung, fast täglich gibt es neue Hiobsbotschaften“, sagt Jan Bülck, Managing Director bei a. hartrodt in Hongkong. Corona-bedingt ist das zweitgrößte Luftfracht-Drehkreuz des Landes am Shanghai Pudong International Airport überlastet, und im zweitgrößten chinesischen Hafen Ningbo-Zhoushan gibt es enormen Rückstau. „Wir finden immer eine Lösung“, versichert Bülck. In der Ausnahmesituation brauchen Kunden aber Geduld.

Blank Sailings würden Situation erschweren

Vor Corona stiegen die Warenströme saisonbedingt im dritten/vierten Quartal. Seit der Pandemie haben sich Engpässe bei Containern und Schiffsraum verstetigt, zugleich konstatiert Bülck „seit Oktober 2020 eine Peak Season“. Je mehr Reedereien Schiffsabfahrten in der Golden Week absagen (Blank Sailings), desto schwieriger wird es. „Die Verladesituation ist sehr angespannt und wird mindestens bis Chinese New Year Anfang Februar 2022 so bleiben“, schätzt Bülck. Betroffen sind alle Fahrtgebiete.

Größerer Lagerbestand kann sinnvoll sein

„Transportlogistik ist nur ein Teil des Problems“, betont Peter Zink, Business Development Manager Middle East und Greater China bei a. hartrodt in Frankfurt. In der Globalisierung hat sich Just-in-time-Beschaffung durchgesetzt, Lagerkapazitäten wurden abgebaut. Weltweite Lieferketten unterliegen aber wirtschaftspolitischen, Klimawandel- und Cyber-Risiken. Zink empfiehlt Kunden, Analysen zu fahren und zu entscheiden, „ob ein größerer Lagerbestand sinnvoll ist“. Dafür hat a. hartrodt die eigene Lagerlogistik ausgebaut. Produktionsprozesse zurückzuholen (Re-/Nearshoring) ist laut ifo Institut für Wirtschaftsforschung in München nicht sinnvoll.

Die 258 Mitarbeitenden von a. hartrodt in China sind in ihre 18 Büros an 15 Standorten zurückgekehrt. „Alles läuft stabil“, stellt Bülck klar. „Mit uns als zuverlässigem Partner geht der Kunde in unsicheren Zeiten auf Nummer sicher“, unterstreicht Zink.

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