Iran-Krieg: Engpässe im globalen Gütertransport

See- und Luftfracht auf der wichtigen Asien-Europa-Route eingeschränkt.

Seitdem sich die militärische Eskalation im Nahen Osten zuspitzt, arbeiten die See- und Luftfracht-Teams von a. hartrodt für weltweite Kunden im Krisenmodus. Denn der Iran-Krieg beeinträchtigt nicht nur regionale Verkehre, sondern wirkt sich auf den globalen Gütertransport aus. „Bei Seefracht kommt es auch ohne direkten Nahost-Bezug zu verlängerten Umläufen und Equipment-Engpässen“, sagt Nuno da Silva, General Manager Sea Freight Germany bei a. hartrodt. Auf der wichtigen Handelsroute Asien–Europa kann es wegen der aktuellen Entwicklungen ihm zufolge zu schwer vorhersehbaren Veränderungen bei den Transitzeiten sowie zu möglichen zusätzlichen Belastungen an Häfen und Terminals kommen.

Luftfrachtsendungen bleiben kurzfristig liegen

Bei Luftfracht gibt es aufgrund der Schließung der Golf-Hubs vergangene Woche ebenfalls Kapazitätsengpässe. Luftfrachtdrehkreuze, die Asien, Europa und Afrika miteinander verbinden, wickeln rund 21 Prozent der weltweit transportierten Luftfrachttonnage ab. In den Vereinigten Arabischen Emiraten sind Dubai World Central, der Dubai International Airport und der Abu Dhabi International Airport betroffen, in Katar der Hamad International Airport. „Dadurch entsteht Rückstau bei den Airlines, zahlreiche Sendungen können nicht planmäßig weiterverladen werden, sondern werden umgebucht oder teils wieder zurückgeholt.“, sagt Stefan Göstl, General Manager Air Freight Germany bei a. hartrodt.

Reedereien berechnen hohe Zusatzkosten 

Liniendienste meiden derzeit zunehmend den größten Seefracht-Hub am Persischen Golf in Jebel Ali. Der Hafen von Dubai ist ausschließlich über die Straße von Hormus erreichbar, was viele Reedereien aktuell als zu risikoreich einschätzen – ebenso wie die Meerenge Bab el-Mandab zwischen dem Golf von Aden und dem Roten Meer. „Fernost-Europa-Dienste kehren vorerst nicht ins Rote Meer zurück“, sagt da Silva. Für Verlader bedeutet dies eine eingeschränkte Planbarkeit der Lieferketten sowie weiterhin volatile Raten. Außerdem warnt er: „Werden Schiffe aus Sicherheitsgründen vorzeitig in alternativen Häfen entladen, berechnen Reedereien häufig zusätzliche Kosten für Umschlag und Weitertransport.“ Das Team von a. hartrodt steht Kunden jederzeit für eine enge Abstimmung zu Lösungen und Alternativoptionen zur Verfügung.

Auch bei Luftfracht ist die Lage laut Göstl „weiterhin volatil“. Neben den etablierten Luftfrachtkorridoren zwischen Asien und Europa erstrecken sich die Auswirkungen ebenfalls auf die Verkehrsströme zwischen Europa und dem indischen Subkontinent, Südostasien, Nordostasien sowie Ozeanien. Mehrere Nahost-Airlines haben Sondervereinbarungen aufgekündigt, um ihre Flüge anschließend zu höheren Konditionen wieder in den Flugplan aufzunehmen. Andere Fluggesellschaften reagieren auf die Lage mit Sicherheits- und höheren Treibstoffzuschlägen. Um weiterhin maximale Flexibilität zu ermöglichen, stellt das Team von Göstl neben Express-Services auch kurzfristig organisierbare Charterkapazitäten bereit. Er rät Kunden, „sich frühzeitig mit uns abzustimmen“.